Es passiert wirklich selten, dass ein historischer Roman einen so richtig aus den Socken haut. Aber Eva Menasse hat mit „Dunkelblum“ genau das geschafft. Das Buch ist nicht nur klug und politisch hellwach, sondern auch mit wahnsinnig viel Fingerspitzengefühl und – trotz des schweren Themas – einer großen Portion Menschlichkeit geschrieben.

Worum geht’s?

Man kann den Roman fast als das „nächste Kapitel“ zu Elfriede Jelineks Stück Rechnitz sehen. Während Jelinek direkt in den Abgrund des realen Massakers an 180 Juden während einer Nazi-Party blickte, wählt Menasse einen anderen Weg:

  • Sie nimmt uns mit in das (fiktive) Dorf Dunkelblum im Jahr 1989.
  • Sie zeigt uns, was vierzig Jahre später aus den Leuten geworden ist.
  • Es geht um das große Schweigen, das Wegsehen und das bewusste Vergessen.

Warum man es lesen sollte

Was den Roman so besonders macht, ist Menasses Blick auf die Menschen. Ob kauzige Bauern, schlaue Köpfe, Saufbolde oder echte Schurken – sie zeichnet ihre Charaktere mit einem scharfen, fast satirischen Witz, ohne sie dabei bloßzustellen.

Es ist absolut beeindruckend, wie sie es schafft, selbst in den düstersten Momenten noch einen Funken Humor zu finden. Für mich (und die Kritiker) ist das literarisch ganz großes Kino und eine absolute Leseempfehlung!

Mehr dazu:

https://literaturkritik.de/menasse-dunkelblum,28195.html

Pin It on Pinterest

Share This
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner