Der Roman der französischen Autorin Anne Berest hat großen Eindruck hinterlassen. Darin arbeitet sie ihre jüdische Familiengeschichte auf und zieht Verbindungen zum gegenwärtigen Antisemitismus in Frankreich. Eine alte Postkarte gibt der Erzählerin Anne keine Ruhe – darauf stehen die Namen ihrer Urgroßeltern und der Geschwister ihrer Großmutter, die alle 1942 in Auschwitz ermordet wurden. Nachdem es ihr gelingt, das hartnäckige Schweigen der Familie über die Vergangenheit zu brechen, rekonstruiert sie durch Gespräche mit ihrer Mutter und mithilfe historischer Quellen detailliert das Leben ihrer Vorfahren.

Die Autorin erzählt diese Geschichte so eindringlich, dass man als Leserin das Gefühl bekommt, unmittelbar dabei zu sein. Dabei arbeitet sie mit einem raffinierten Geflecht verschiedener Zeitebenen. Die Lektüre ist dabei alles andere als schonend: Berest schildert Grauenvolles. Umso bemerkenswerter erscheint es, dass ihr ausgerechnet diese Passagen den Vorwurf einbrachten, sie seien erfunden.

Mehr dazu unter:

https://www.belletristik-couch.de/titel/6921-die-postkarte

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