Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik

In ihrem Sachbuch „Das Versagen“ (erschienen 2024) liefern die Investigativ-Journalisten Georg Mascolo und Katja Gloger eine messerscharfe Analyse der deutschen Corona-Politik. Es ist keine bloße Chronik der Ereignisse, sondern eine kritische Aufarbeitung der Frage, warum Deutschland trotz guter Voraussetzungen so oft den Anschluss verlor.

Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:


1. Die Kernthese: Systemisches Versagen

Die Autoren argumentieren, dass das Hauptproblem nicht bei einzelnen Personen lag, sondern in den verkrusteten Strukturen des deutschen Staates. Deutschland war technisch und organisatorisch nicht auf eine Krise dieses Ausmaßes vorbereitet.

  • Bürokratie-Stau: Während andere Länder auf digitale Lösungen setzten, kämpften deutsche Gesundheitsämter noch mit Faxgeräten.
  • Föderalismus-Falle: Das ständige Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern (die „Ministerpräsidentenkonferenz“) verhinderte oft schnelles und einheitliches Handeln.

2. Die großen Fehlentscheidungen

Das Buch beleuchtet spezifische Phasen, in denen die Politik „versagt“ hat:

  • Die Masken-Odyssee: Das anfängliche Herunterspielen der Wirksamkeit von Masken (aus reinem Mangel an Beständen) und die späteren dubiosen Maskendeals.
  • Der Schutz der Vulnerablen: Das Versagen beim Schutz von Alten- und Pflegeheimen, besonders in der tödlichen zweiten Welle im Winter 2020/21.
  • Die Impfstrategie: Die langsame Beschaffung und die bürokratischen Hürden beim Rollout der Impfstoffe.

3. Die Rolle der Wissenschaft

Ein spannender Aspekt des Buches ist das Verhältnis zwischen Politik und Forschung. Mascolo und Gloger beschreiben, wie Wissenschaftler (wie Christian Drosten oder Hendrik Streeck) unfreiwillig zu politischen Akteuren wurden und wie die Politik wissenschaftliche Erkenntnisse oft nur dann nutzte, wenn sie in das aktuelle Narrativ passten.

4. Die gesellschaftliche Spaltung

Die Autoren untersuchen auch, wie die Kommunikation der Regierung das Vertrauen der Bürger strapazierte. Durch widersprüchliche Aussagen und mangelnde Transparenz sei ein Raum für Querdenker und Verschwörungstheorien entstanden, der die Gesellschaft nachhaltig gespalten hat.


Fazit der Autoren

Das Buch ist ein flammendes Plädoyer für eine ehrliche Fehlerkultur. Mascolo und Gloger fordern eine Enquete-Kommission, um aus den Fehlern zu lernen, damit der Staat bei der nächsten globalen Krise (sei es eine weitere Pandemie oder die Klimakrise) widerstandsfähiger ist.

„Wir haben nicht versagt, weil wir zu wenig wussten, sondern weil wir das Wissen nicht rechtzeitig in Handeln übersetzt haben.“

Mehr dazu:

https://www.ullstein.de/werke/das-versagen/hardcover/9783550204272

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